Recent Changes - Search:

PF-Tek für einfache Gemüter

zur Zucht von getreideliebendenden Pilzen
(Psilocybe cubensis)
( letzte Änderung: April 24, 2008, at 07:30 AM )
Vorschläge, Anregungen, Beschwerden
sind jederzeit willkommen

Materialien

Substratzubereitung

Sterilisation

Beimpfung

Inkubation

Fruchtung

Die PF-Methode wurde das erste mal Anfang der 90er in den USA von www.fanaticus.com (mirror) vorgestellt.
Sie machte es auch Anfängern möglich bei der Pilzzucht mit einfachen Mitteln zum Erfolg zu kommen.
Die Zuchtmethode, die hier beschrieben wird, weicht in einigen Punkten von der originalen PF-Methode ab und wurde nach mehrjähriger Erfahrung und Umgang mit der originalen PF-Methode verfaßt.
Man verwendet 240 ml Trink- oder Marmeladegläser und ein Substrat aus Vermikulit, Wasser und Reismehl. Das Substrat wird gemischt, sterilisiert, um alle unerwünschten Organismen abzutöten, und dann mit Pilzsporen beimpft.
Die Fruchtung erfolgt in einer Plastikkiste oder -kübel.
Ich empfehle jedenfalls die originale PF-Tek zu lesen, um einen anderen Zugang zu manchen Schritten zu sehen.

Zur Sauberkeit

Wenn man Pilze zu Hause auf künstlich hergestelltem Substrat züchtet, stellt man Bedingungen her, die nicht nur dem erwünschten Pilz sondern auch einer Unzahl anderer, teilweise gesundheitsgefährdender, Organismen einen idealen Lebensraum bieten.
Um sicherzustellen, daß man nur den Pilz kultiviert, muß man bei jeder Tätigkeit, die mit der Pilzzucht zu tun hat, auf peinlichste Sauberkeit achten.
Die Hände immer gut mit antibakterieller Flüssigseife und warmem Wasser waschen, nach dem Abtrocknen mit Lysol oder Isopropyl-Alkohol einreiben.
Die Räume, in denen man die Beimpfung und Fruchtung durchführt, staubfrei und sauber halten und nicht mit schmutziger, staubiger Kleidung betreten. Auf persönliche Hygiene achten, ungewaschenes Haar etwa ist eine Brutstätte für allerlei kleinster Lebewesen, die wir auf keinen Fall in der Nähe unserer Pilze haben wollen.

Benötigte Materialien

Vermikulit

Vermikulit ist ein mineralisches Produkt.
Es wird hergestellt, indem ein wasserhältiges Glimmergestein durch Hitzeeinwirkung auf ein mehrfaches seines ursprünglichen Volumens aufgebläht wird. Das bedingt eine gute Wasseraufnahmekapazität und verleiht dem Substrat gleichzeitig eine lockere Struktur.
Vermikulit ist in mehreren Körnungen erhältlich, zur Kultivierung geeignet sind die mittlere und die mittelfeine.

Bezugsquellen

Deutschland
Isola-Mineralwolle-Werke
Poststr. 34
45549 Sprockhovel
Tel.: 02339/7041- 0
Fax.: 02339/3308
100 Liter Sack ca. 15,- euro;

Auch kleinere Mengen recht günstig erhältlich:
www.kakteen-schwarz.de

Ebenso hier:
http://www.samenkiste.de
http://www.reptilica.de

Grössere Mengen:
http://www.klein-daemmstoffe.de

Österreich
100l online by Rajapack.
100l online by ratioform.

Ansonsten muss man entweder auf deutsche Quellen zurückgreifen, oder im Aquarien- bzw. Reptilienbedarf nachfragen, viele Shops führen es, allerdings in kleinen Mengen(=vermutlich recht teuer). Auch in Grow shops oft erhältlich.

Schweiz
Unter dem Handelsnamen Opticulit erhältlich.
Auch auf http://www.zooroco.ch .

Generell führen Vermikulit Läden, die Artikel zur hydroponischen Pflanzenzucht haben, sowie viele Läden mit Kleintierzubehör.

Reismehl

Gibt es im Naturkostladen entweder schon als Mehl, öfters allerdings als Naturreis, der erst vermahlen werden muss.
Dazu lässt man den Reis im Laden mahlen oder mahlt ihn selbst in einer elektrischen Kaffeemühle.
Gemahlener Reis sollte trocken und kalt aufbewahrt werden, da er wegen dem Fettgehalt der äußeren Kornschicht leicht ranzig wird.

Wasser

Das Wasser sollte Trinkwasserqualität haben. Ist man sich über die Qualität von Leitungswasser unsicher, lieber Quell- oder Mineralwasser verwenden. Leicht chloriertes Leitungswasser schadet nicht, da die Chlorkomponenten beim Kochen ausgetrieben werden.

Sporenspritze

Eine mit einer wässrigen Sporensuspension gefüllte Spritze.
Die Farbe der Suspension variiert von komplett durchsichtig bis leich lila abhängig von der Anzahl der Sporen in Suspension.
Sporen sind mikroskopisch, d.H. solange zumindest ein paar Sporenklumpen im ansonsten klaren Wasser zu sehen sind sollten genug Sporen enthalten sein.

Erhältlich übers Internet, z. B.

www.sporeworks.com
www.thehawkseye.com
und viele andere.

Gläser

Die Gläser sollten etwa ein Fassungsvermögen von 240 ml haben.
Man kann sowohl Trink- als auch Einmachgläser verwenden.
Bei den verwendeten Gläsern ist zu beachten, dass diese nach oben weiter werden müssen , damit der Substratkuchen nach dem Durchwachsen in einem Stück aus dem Glas gestürzt werden kann.
Online z.B. hier erhältlich.

Substratzubereitung

Für ein Glas (240ml):
=> 140 ml Vermikulit
=> 40 ml Naturreismehl
=> Wasser
=> etwas Vermikulit zum Auffüllen der Gläser (etwa 20 ml)

Vermikulit für alle Gläser, die man auf einmal zubereiten möchte, (z.B. für 6 Stück: 6 x 140 ml = 840 ml ) abmessen und in eine Schüssel geben.

Wasser langsam über das Vermikulit gießen und mit einem Esslöffel vermischen.

WICHTIG:
Nur so viel Wasser verwenden,
wie das Vermikulit gerade noch
aufnehmen kann !!

Wenn man die Schüssel neigt, sollte das Vermikulit gerade anfangen etwas Wasser abzugeben. Damit ist der richtige Wassergehalt erreicht, mehr Wasser wäre zu viel !

Reismehl (z.B. 6 x 40 ml = 240 ml) auf einmal dazugeben und locker aber zügig vermischen. Das Ziel ist es, dass das nasse Vermikulit gleichmäßig vom Reismehl umhüllt ist.

Das Substrat sollte feucht sein, aber keine zu grossen Klumpen bilden.


In die sauberen Gläser locker und gleichmäßig bis 1 cm unter den Rand verteilen, auf keinen Fall andrücken oder packen, das Substrat soll sehr locker bleiben, nur so kann das Mycelium später gut und schnell wachsen !
Sollte man beim Einfüllen unsauber gearbeitet haben und nun am obersten Glasrand Substratreste kleben, soll man sie mit einem feuchten Tuch rundherum gut abwischen. Es ist wichtig, dass sich im oberen Bereich des Glases nur trockenes Vermikulit befindet, weil sonst dort Kontaminanten Fuß fassen können und in Folge das ganze Glas kontaminieren.


Trockenes Vermikulit bis zum Rand des Glases auffüllen.
Diese Schicht verhindert, dass kontaminierte Partikel aus der Luft, die möglicherweise durch die Impflöcher kommen, das Substrat kontaminieren.

Einen ca. 12 cm breiten Streifen Alu-Folie abreißen, einmal zusammenlegen, über die Glasöffnung geben und herunterbiegen.

Wenn du Einmachgläser mit Deckel verwendest, machst du mit einem kleinen Nagel und Hammer kleine Löcher an 4 stellen am Rande des Deckels. Achte darauf, daß die Löcher groß genug sind um die Nadel aufzunehmen.


Die weit nach unten hängenden Ecken nach oben zusammendrücken, damit sich ein schöner Deckel mit einem nicht sehr weit nach unten reichenden Rand ergibt.

Dann wieder einen Streifen Folie nehmen, diesmal in zwei Hälften teilen und die Folie so über das Glas legen, dass die vier Ecken weit nach unten reichen, die Folie muss ja beim Beimpfen wieder kurzzeitig abgenommen werden!
Somit hat man 3 Schichten Folie über der Glasöffnung, nur die oberste Schicht wird beim Beimpfen kurzzeitig abgenommen.

Sterilisation

Die Gläser in den Schnellkochtopf geben, ca. 2-2,5 cm Wasser eingießen (nicht mehr, sonst gelangt das Wasser beim Kochen in die Gläser!), Deckel schließen und den Topf zuerst bei mittlerer Flamme über ca. 15 min zum Kochen bringen (bei zu schnellem Erhitzen können die Gläser springen). Wenn der Dampf schon aus dem Ventil entweicht, die Hitze so weit zurückdrehen, dass ein sehr kleiner, stetiger Dampfstrom besteht und so 45 min kochen.

Jeder Schnellkochtopf funktioniert etwas anders, deshalb bitte vor Gebrauch die Bedienungsanleitung studieren oder jemand fragen, der sich mit sowas auskennt.
Nachdem die 45 min vergangen sind, Topf von der Flamme nehmen und mind. 5 Stunden, am besten über Nacht abkühlen lassen.
Wenn du noch nie einen Schnellkochtopf benutzt hast, dann sieh Dir bitte dieses Dokument an correct pressure cooker use.

Ist kein Schnellkochtopf zur Hand, können die Gläser auch in einem zugedecktem Topf 1,5 Stunden gedämpft werden. Gegeben falls muss hin und wieder etwas heißes Wasser nachgefüllt werden, um das verdampfte Wasser zu ersetzen.

Beimpfung

Wenn der Topf abgekühlt ist, die Gläser herausnehmen, Alkohollampe oder Feuerzeug und die Sporenspritze bereitlegen. Hände waschen, die Gläser auf eine saubere Fläche stellen, die Spritze ordentlich schütteln, damit die Sporenklumpen auseinander brechen.

Damit das Schütteln funktioniert, muss sich in der Spritze eine kleine Luftblase befinden (etwa 1 ml). Ist das nicht der Fall, kann man ewas Luft hineinsaugen, indem man die Spitze der Nadel mitten in die Flamme hält und langsam etwas sterile Luft einzieht.

Bei allen Gläsern die Ecken der obersten Folie so weit vom Glas lösen, dass sich die Folie später schnell abnehmen lässt

Die Schutzkappe der Spritze abnehmen und die Nadel über der Alkohol- oder Feuerzeugflamme zur Rotglut erhitzen.

Die oberste Folie vom Glas abnehmen, verkehrt auf eine saubere Fläche ablegen

Mit der Nadel in die Innenfolie am Rand des Glases an vier gegenüberliegenden Stellen ca. 2,5 cm tief einstechen und Sporenwasser an die Innenfläche des Glases injizieren. Der Tropfen soll an der Glasinnenseite bis zum Boden herabrinnen.. Pro Glas werden 1-1,5 ml injiziert.

Die Folie wieder aufsetzen. Nach jeweils drei Gläsern die Nadel wieder sterilisieren. Wenn alle Gläser beimpft sind, die Folie schön zusammenknüllen und die Gläser mit Datum und sonstigen Informationen versehen. Sollte die Nadel mit irgendetwas anderem in Berührung kommen, außer mit der Innenfolie, sofort wieder über der Flamme erhitzen.

Inkubation

Die Gläser bei 22-27°C im Dunklen lagern. Wenn diese Temperaturen nicht eingehalten werden können, empfiehlt sich der Bau eines Inkubators.

Inkubator

Die beimpften Gläser entwickeln sich am besten, wenn sie bei einer Temperatur von 27°C und Dunkelheit gelagert werden.

Dazu kann man einen effektiven Inkubator aus 2 gleichen Plastikkisten und einem Aquariumheizstab bauen.
Man befestigt den Heizstab am Boden der ersten Kiste, gießt so viel 28°C warmes Wasser hinein, daß der Heizstab einige Zentimeter hoch bedeckt ist. Der Thermostat des Heizstabes wird durchs Drehen so eingestellt, daß der Heizstab bei dieser Wassertemperatur(28°C) gerade noch ausgeschaltet bleibt.

Auf den Boden gibt man Abstandhalter, die die zweite Kiste über dem Heizstab halten sollen (auf dem Bild werden dazu 4 leere Gläser verwendet).

Nun gibt man die zweite Kiste hinein. Dabei sollte so viel Wasser vorhanden sein, damit die zweite Kiste mit dem Boden und einem Teil der Wand im warmem Wasser ist.
Nach einigen Stunden mißt man erneut die Wassertemperatur und verstellt den Heizstab so, daß eine konstante Temperatur von 27°C gehalten wird.

Wenn die Kiste Leer ist, wird sie am schwimmen.
Wenn die Obere Kiste beladen ist sollte die Höhe des Wassers etwa 2/3 der unteren Kiste betragen.

Die Gläser werden mit einem dicken Tuch oder Decke zugedeckt, damit nicht zu viel Wärme entweicht und damit die Gläser im Dunklen sind.

Achtung: der Wasserpegel sinkt in einigen Wochen durch Verdampfung ab. Deshalb von Zeit zur Zeit etwas Wasser nachgießen damit der Heizstab immer in Wasser bleibt.

Der Wasserpegel in der unteren Kiste sollte bei eingesetzter und beladener zweiten Kiste etwa bis 2/3 der Höhe der unteren reichen.

Nach 3-5 Tagen sollten die ersten weißen Stellen sichtbar werden. Das ist das Pilzmyzel. Sollte irgendetwas andersfarbiges als reines weiß zu wachsen beginnen, dann ist das Kontamination, der Inhalt des Glases ist verloren und muss weggeworfen werden. Das Glas gut mit heißen Wasser und Spülmittel spülen und wiederverwenden.

Siehe Shroomery Contamination FAQ für Information über Kontaminationen in der Pilzzucht.

Abhängig von der Temperatur dauert es 14-25 Tage bis das Myzel das ganze Substrat bewachsen hat. Wenn das geschehen ist, das Glas bei 20°C lagern und Natur-Licht aussetzen. Kein direktes Sonnenlicht!

Innerhalb von 5-10 Tagen ( bei bestimmten Pilzstämmen kann es allerdings auch bis 30 Tage dauern) sollten sich im Glas stecknadelkopfgroße Ansammlungen von Myzel bilden, das ist der Beginn des Pilzwachstums. In den darauffolgenden Tagen werden auch kleine Pilze mit braunen Köpfen sichtbar. Damit ist der Zeitpunkt erreicht, wo der Myzelkuchen aus dem Glas gestürzt und zur Fruchtung gebracht werden muss.
Bei manchen stämmen findet kein beginnendes Pilzwachstum in den Gläsern statt, in diesem Fall kann man den bewachenen Kuchen auch so zur Fruchtung gebracht werden.

Fruchtung

Das Fruchten geschieht am einfachsten in einer Plastikkiste oder einem Eimer. Dazu wird auf den Boden des Behälters etwas feuchtes Seramis ( http://www.seramis.de ), Perlit oder ein feuchtes Papiertaschentuch ausgelegt, und die Kuchen daraufgestürzt.
Der Abstand zwischen den Kuchen sollte mindestens 5 cm betragen. Über die Öffnung des Behälters kommt durchsichtige Plastikfolie. Diese wird einmal am Tag abgenommen und die Luft im Behälter durch kurzes Fächern ausgetauscht. Sollte die Bodenschicht anfangen auszutrocknen, die Schicht mit etwas Wasser besprühen.
Die Mycelkuchen nur mit frisch gewaschenen Händen oder sauberen Gummihandschuhen anfassen!

Die anfangs kleinen Pilze wachsen innerhalb weniger Tage heran und können, sobald sich der Hut geöffnet hat, geerntet werden.

Nachdem die Pilze gefruchtet haben, bleiben meistens ein paar kleine, im Wachstum stehengebliebene übrig. Sie sind erkennbar an den dunkleren, verkümmerten Hüten.

Es ist nun wichtig, dass man alle, auch die unentwickelten, mit sauberen Händen ernten. Das geschieht am einfachsten, indem man die Pilze vom Kuchen durch vorsichtiges Abdrehen löst. Den Kuchen legt man dann wieder zurück in den Fruchtungsbehälter. Optionally you can dunk the cakes after each flush, this can increase the flush size significantly.

Nach etwa einer Woche beginnen sich am Kuchen wieder kleine Pilze zu formen und wachsen während der nächsten Tage zu großen heran.
Dieser Kreislauf kann sich bis zu 5 mal wiederholen. Dann ist der Kuchen erschöpft und produziert keine Pilze mehr.

Schon vorzeitig kann allerdings manche Kuchen (zumeist grüner) Schimmel befallen, dann müssen sie sofort von den anderen getrennt und entsorgt werden, sonst breitet sich der Schimmel auf benachbarte Kuchen aus.

Dritter Flush:

Vierter und letzter Flush:


Sporeworks.com


1 vistors are currently browsing this page, 12 total.

Edit - History - Print - Recent Changes - Search
Page last modified on April 24, 2008, at 07:30 AM